Tokaji, der Wein der Zaren. Die Gegend Tokaji befindet sich im nordöstlichsten Teil Ungarns, an der Grenze zur Ukraine. Die Karpaten schirmen das Gebiet von Osten, Norden und Westen ab. Sie liefern einen wärmenden Effekt, der hohe Luftfeuchtigkeit in den Nächten und einen langen warmen Herbst mit sich bringt. Diese Kombination ermöglicht gemeinsam mit zwei zusammen kommenden Flüssen die Bildung der Edelfäule. Die Weinbautradition im Tokaji-Gebiet reicht sehr lange zurück, aber erst Ende des 15. Jahrhunderts gelang der grosse Durchbruch, als man die ersten Aszú-Süssweine ausbaute, ca. zweihundert Jahre vor den Sauternes-Weinen und einer Jahrhundert vor den grossen edelsüssen Weinen aus dem Rheingau.
Die berümhte spanische Bodegas ‘Vega Sicilia‘ entschloss sich 1993, die Region Tokaji neu zu aktivieren. Ihr Ziel ist es, alte Traditionen beizubehalten und die Vorteile des verbesserten technischen Niveaus zu nutzen um den besten ‘Ausbruchwein’, den Tokaji Aszú herzustellen.
Aszú bedeutet Ausbruch. Der erste Ausbruchwein wurde 1630 aus Weintrauben der Lage Oremus hergestellt. Die Vinification eines Ausbruchsweines verläuft wie folgt: Im Herbst reifen die Trauben aufgrund der kühlen Nächte und der sonnigen Tagesstunden in besonderem Masse. Die Beerenwerden erst dann geerntet, wenn die Edelfäule Botrytis cinerea eingetreten ist. Zu einem Fass Traubenmost von 136 Litern werden z.N. drei Bütten (je 75kg – Name ‘Puttonyos’) edelfaule Beeren zugegeben, vergoren und anschliessend gepresst. Der so enstehende Ausbruchswein ’3 Puttonyos’ reift nun in Eichenfässern und weitere Monate auf der Flasche, bevor er auf den Markt kommt.
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