Österreichs neues DAC Gebiet – das Carnuntum

Seit Oktober 2019 ist das Carnuntum offiziell das 14. österreichische Weinbaugebiet mit spezifischem Schutz für gebietstypische Weine.

Diese weitreichende Entscheidungsfindung dauerte mehr als drei Jahre – machte man es nicht leicht, ein schlüssiges Herkunftsmarketing für die Diversität der Region zu entwickeln, was den dortigen so unterschiedlichen Weinen und Regionen gerecht wird. Konsensfindung benötigt halt seine Zeit, wenn man das optimale Ergebnis erreichen möchte. Erst Recht die Österreicher, die aus deutscher Sicht für ihre bedachte, ja, gemächliche Handlungsweise bekannt sind. Schließlich sind 906 Hektar Weinbaufläche unter einen DAC-Hut zu bekommen!

Was ist DAC?
Einige fragen sich nun insgeheim: Was ist denn das DAC Qualitätsprädikat? Leicht zu erklären: Es ist das Pendant zum deutschen AOP beziehungsweise DOP. 2013 wurde das „Districtus Austriae Controllatus“ ins Leben gerufen. Die deutsche Bezeichnung lässt sich etwas einfacher lesen und aussprechen: „Kontrollierte österreichische Herkunftsbezeichnung“.

16 Jahre nach Gründung haben sich die Winzer und Weinexperten der Carnuntum Region die Entscheidung nicht leicht gemacht, war doch die hohe Zielsetzung, flächendeckend und nachhaltig zu agieren. Alle Ebenen des Weinbaus – vom bekannten Nobel-Weingut bis hin zum Heurigenbetrieb – sollen fest und überzeugt hinter der neuen Struktur stehen. Das war auch gleichzeitig der Grund, warum man sich so viel Zeit lies mit der Entscheidung. Über Jahre hinweg wurde sich regelmäßig getroffen, um die Eckpfeiler gemeinsam festzulegen. Grundlegende Voraussetzung war jedoch, die Identität des Gebiets in all seiner Varianz beizubehalten.

Die Carnuntum Weine
„Ein DAC-Wein darf nur aus den für dieses DAC-Gebiet festgelegten Rebsorten erzeugt werden und muss allen Vorgaben der vom jeweiligen Gebiet festgelegten Verordnung entsprechen. Nicht so einfach, wenn das Gebiet viele Unterschiede aufweisen kann.“ Was macht die Diversität der Weinregion östlich von Wien denn aus? Die verschiedenen roten und weißen Rebsorten halten sich in etwa die Waage, der Rebsortenspiegel ist vielfältig, die Böden ebenfalls. Die die weißen Carnuntum DAC Weine bestehen zu mindesten zwei Dritteln aus Grünem Veltliner oder weißen Burgunderarten, die roten Carnuntum DAC Weine bestehen mindestens zu zwei Drittel aus Zweigelt und/oder Blaufränkisch. Diese „Definition“ der so typischen Gemeinsamkeiten gilt übrigens für alle drei Kategorien: den Riedenwein, den Ortswein und den Gebietswein. Und ja, diese scheinbar sehr allgemein gehaltene Eingrenzung der Stylistik ist deutlich erschmeckbar.

Vielfältig im Terroir
Wie bereits erwähnt, ist dieses relativ kleine Gebiet geprägt von sehr unterschiedlichen geografischen und klimatischen Einflüssen. Lehm-, Löss-, Ton-, und Kalkboden, aber auch schottriger Boten ist aufzuspüren. Das so genannte pannonische Tiefebenenklima entspricht dem typischen Kontinentalklima, welches aber zusätzlich rundherum von Hochgebirgen umrahmt und geschützt wird und noch einen sanften, entfernten Einwirken der Meere (Mittelmeer und Schwarzmeer) genießt. Dazu bringen die Donau und der Neusiedlersee kühlenden Einfluss in die Region. Das Wetter ist zuverlässig europäisch – relativ warm und trocken, mit mäßigen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden und trockenen und kalten Wintern. Beste Voraussetzungen für die Reben also, das Terroir in sich aufzunehmen und vom Klima unterstützt reichen Traubenwuchs hervorzubringen.

Die Fakten
Weinbaufläche:
906 ha

Zugelassene Rebsorten:
Weißwein: Grüner Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay
Rotwein: Zweigelt, Blaufränkisch
Cuvées: zu mindestens 2/3 aus diesen Rebsorten, der restliche Bestandteil aus Qualitätsweinrebsorten

Geschmacksrichtung:
trocken

Alkohol:
mind. 12,0 % vol.

Herkunftspyramide:
Gebietswein
Ortswein
Riedenwein